Über den Verein

Wer wir sind

Ursula und Heinz Friedel, haben ( im Jahr 2000 ) zur Entstehungsgeschichte die folgende Chronik aufgeschrieben:
Der erste Gedanke war, in dieses ehemalige alte Schulhaus ein Kellertheater einzurichten. Während der Kaufverhandlungen ging unsere Phantasie in diese Richtung. Dies hat ein wenig dazu beigetragen, das in den Augen Vieler »absolut verrückte« Vorhaben wahr zu machen. Wenn all diese Leute gewußt hätten, dass uns dieser Gedanke von Anfang an beschäftigte, wären wir noch mehr als »spinnert« eingestuft worden.
Da uns die vielfältigsten kulturellen Ereignisse in den großen Städten auch schon in jungen Jahren anzogen, war der Gang der Dinge eine logische Folge. Vom Kellertheater sind wir aus technischen Gründen bald abgekommen. Nach dem Einzug trat unsere Passion wieder in den Vordergrund und es entstand der Anbau, der als Requisitenraum für ein Theater gedacht war. An ein Gasthaus dazu dachten wir auch in diesem Moment noch nicht. Bald stellte sich aber heraus, dass ein reiner Kulturbetrieb zu große persönliche Opfer mit sich gebracht hätte. So kam es letztlich zu einem »Theatergasthaus«.
Am 01. Mai 1987 war es dann soweit. Eröffnung von Gasthaus und Kleinkunstbühne fand mit großem Publikumszuspruch statt. Erste künstlerische Darbietung war die musikalische Umrahmung von »Cuatro Manos« zur Einweihungsfeier. Mit der »Liederbayernband« wurde der erste öffentliche Abend bestritten: Albert Schmidt, der Leiter dieser Gruppe ist mittlerweile langjähriges Mitglied im Bundestag. (Anm.: von 1994 bis 2005)
Aufgrund unserer »Vorbelastung« wollten wir ein breitestmögliches Programm bieten. Neben Kabarett sollte Musik und Theater, Autorenlesungen und nicht zuletzt Laientheater im Angebot stehen. Auch örtliche Kultur kam einmal mit der Veranstaltung »Aus’m Dorf für’s Dorf« in einer hervorragenden Aufführung zur Geltung. Die wirklich guten Musikveranstaltungen stellten sich als schwierigste Unterfangen heraus. Dabei gab es immer Defizite. Die ersten Jahre haben wir nicht wenig »zugebuttert«. Unser Nachfolger Reiner Arauner mußte leider diese Tradition fortsetzen. Auch ihm ist es wesentlich zu verdanken, daß die schwierigen Anfangsjahre der Kleinkunstbühne überstanden wurden.
Aus gesundheitlichen Gründen gab es 1989 eine vorübergehende Schließung der Gaststätte. (02.07.89 – 30.04.90) An ein Ende der kulturellen Aktivitäten haben wir nie gedacht. Dass sich das Laientheater absetzte, haben wir nicht zu verantworten. Dem neu gegründeten Verein dafür wünschen wir alles Gute. (Anm.: Solabühne Solnhofen e. V. seit 1995) Das Theaterspielen in Solnhofen wieder ins Leben gerufen zu haben, möchten wir aber schon unserer Initiative zuschreiben.
Es war logisch, an die Gründung eines Vereins zu denken. Was auch dann im Jahr 1994 geschah. Wir hatten nach den Vorarbeiten zur Gründung ohnehin geplant, die Verantwortung an die nächste Generation weiterzugeben. An der Versammlung zur Vereinsgründung waren damals 20 Personen anwesend. Dass sich der Verein zu so einem stabilen Gebilde entwickeln würde, konnte damals noch niemand voraussehen. Heute zählen wir 66 Mitglieder aus Nah und Fern. Ein kleines, aber festes Rückgrat. (Anm.: Stand 2011: 128 Mitglieder)
Die meisten Veranstaltungen bewegten sich auf einem sehr hohen Niveau. Viele der Künstler liefen bei uns durch die besondere Atmosphäre, die ein gediegenes Haus und ein dankbares und sachverständiges Publikum ausstrahlen, zu Höchstform auf. Alle kamen gerne wieder und empfahlen uns im Kollegenkreis weiter.
Wer verdient besondere Erwähnung? Auch weil sie bei uns ihre Karrieren starteten! Es seien die Wellküren oder der „Allesüberflieger“ Michael Mittermeier genannt. Letzterer war dreimal in Solnhofen. Seine Gage betrug beim ersten Auftritt 400,– DM. Viele dieser Künstler sind heute einem breiten Publikum durch das Fernsehen bestens bekannt.
Stellvertretend seien desweiteren herausgegriffen: Sigi Zimmerschied, Die Mehlprimeln, Holger Paetz, Maria Peschek, Andreas Giebel, Günter Grünwald (1. Gage 300,– DM), die Meedels, Valtorta, Faltsch Wagoni, Tiger Willi und und und ..
Neben der letztlich bei uns erfolgreichsten Gruppe, den Kabarettisten, wollen wir aber andere Höhepunkte nicht unerwähnt lassen. Dazu zählt, dass Ludwig Fels zweimal mit einer Autorenlesung vor dankbarer Anhängerschaft, einmal sogar als Premiere aus seinen Werken las.
Wer kann die Trillergirls vergessen oder JILATA, die umwerfende Bläsergruppe aus den Anden. Dagulda, Die Interpreten, Susanne Weinhöppel, Jan Burdinski usw. gestalteten das Programm bunter.
Es freut uns, dass die Alte Schule unserem Solnhofener „Eigengewächs“, dem Kabarettisten und Schauspieler Peter Knobloch Raum für sehr erfolgreiche Aufführungen in verschiedenen Projekten geben konnte und auch hoffentlich weiter geben wird.
Gründung, Einrichtung und Führen des Theatergasthauses mit der Kleinkunstbühne Alte Schule kann man heute als gelungenes Werk betrachten. Das erfüllt uns auch mit Stolz. Daß das Erreichte nicht nur erhalten, sondern sich weiter entwickeln möge, dazu werden auch wir das Unsere beitragen.

Ursula und Heinz Friedel.
Ursula (2009) und Heinz Friedel (2016) sind zwischenzeitlich beide verstorben! Durch die regelmäßigen Kleinkunstaufführungen in den Räumen der Alten Schule werden Sie sowohl Mitgliedern als auch unseren Gästen in dauerhafter Erinnerung bleiben.
Die Aktivitäten im Förderverein

Im Förderverein ist auch außerhalb der Veranstaltungssaison etwas los. Neben den obligatorischen Hauptversammlungen und Vorstandssitzungen gibt es jährlich ein geselliges Ereignis. Die bis 2004 üblichen Weihnachtsessen und Faschingsfeiern wurden von musikalischen Frühschoppen mit Live-Musik im Frühsommer abgelöst.
Das 20-jährige Bestehen des Gasthauses und Biergarten „Alte Schule“ wurde zusammen mit dem Förderverein im Juli 2007 bei einem großen Sommerfest mit Zelt und Jazzband gefeiert. Das Wetter war unsicher, aber die Stimmung war vorzüglich!
Bei Großveranstaltungen außerhalb des Saisonprogramms, wie dem Auftritt von Gerhard Polt und der Biermöslblosn im Juni 2004, sind viele, engagierte Helfer gefragt. Die Anspannung ist groß, genauso groß ist aber die Befriedigung über den gemeinsamen Erfolg und die enge Zusammenarbeit.
Nicht zuletzt werden vom Förderverein in der Grundschule in Solnhofen auch Veranstaltungen für Kinder organisiert. Mit einem riesigen Erfolg sind dabei die „Rootslöffel“ und „Geraldino“ aufgetreten.
Am 27.10.2006 bei der 2. Vorstellung von Martina Schwarzmann begrüßten wir im Beisein der örtlichen Presse unseren 10.000 Besucher !

Der Förderverein für Kleinkunst Alte Schule e.V. hat aktuell 119 Mitglieder.


Die Mitgliederzahl des Fördervereins hat sich im Lauf der Jahre sehr positiv entwickelt. Die Mehrzahl unserer Mitglieder kommt aus Solnhofen oder seinem Umfeld Pappenheim, Treuchtlingen und Weißenburg. Wir freuen uns aber auch über Mitglieder aus Nürnberg, Regensburg, München und sogar Berlin. Ein Urlauber-Ehepaar aus der Hauptstadt ist spontan dem Verein beigetreten und zeigt weiterhin reges Interesse an seiner Arbeit und den Programmen.
Besonders stolz sind wir auf unser Vereinsmitglied Holger Paetz. Der Kabarettist, Autor und Song-Poet, der auch das Singspiel auf dem Nockherberg lange Jahre gestaltet hat, ist nach einem Auftritt in der Alten Schule dem Förderverein beigetreten und treu geblieben.
Ein besonderes Anliegen des Fördervereins ist, auch jüngere neue Mitglieder zu gewinnen, die ihre Vorstellungen und frischen Ideen in die Vereinsarbeit einbringen. Für sie öffnet sich eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe, die in Zusammenarbeit mit den „Alten Hasen“ sicher zu guten persönlichen Erfahrungen führen wird.